Alles eine Frage der Atemtechnik?

Alles eine Frage der Atemtechnik?

Allgemeines Japsen. Alle schnappen nach Luft. Der ein oder andere hustet. Oder es laufen ihm Tränen über die Wangen. Glückstränen. Wir befinden uns in der Lachtrainerausbildung am zweiten Tag mitten in einer unserer Lachmeditationen. Hier lässt sich sehr gut das Phänomen des Zusammenhangs zwischen Atmung und Lachen beobachten und am eigenen Leib erfahren, welche Nutzen daraus entstehen. Denn die Frage, warum normale Menschen wie du und ich sich zu derartigen Übungen hinreißen lassen, ist durchaus berechtigt :-) .

Kennst du den Spruch: „Alles eine Frage der Atemtechnik!“? Der Cartoonist Peter Gayman hat einen unnachahmlichen Cartoon dazu gezeichnet. Und wenn du gerade im Stress bist, sagt vielleicht ein wohlmeinender Mensch liebevoll zu dir: „Nimm erst mal einen tiefen Atemzug!“ (oder der Schweizer: „Erst mal schnufe!“). Und tatsächlich: obwohl wir über das Atmen nicht nachdenken und es automatisch verläuft – und zwar in der regel ziemlich flach – kann die Fokussierung auf die Atmung und eine Vertiefung derselben sofort guten Nutzen und Effekt bieten. Darum soll es hier gehen. Im Zusammenhang mit meinem Liebelingsthema, dem Lachen, gehe ich auf den Aspekt der Stärkung des Atemsystems besonders ein. Die anderen Nutzen dess Lachens findest du in meinem Blogartikel „Warum du mindestens 10 Minuten täglich lachen solltest“ zusammengefasst.

Was passiert überhaupt bei der Atmung?

Schön anschaulich wird der Atemmechanismus in dem Youtubefilm gezeigt. Hier wird bildhaft sichtbar, welche Faktoren beim Atmen eine Rolle spielen:

  • Die Lunge mit ihren Bronchien und Lungenbläschen, in denen der Sauerstoff in das Blut diffundiert. Im Gegenzug strömt Kohlendioxid nach außen und wird beim Ausatmen abgegeben.
  • Das Zwerchfell (Diaphragma) bewirkt durch das Zusammenziehen eine Absenkung mit Vergrößerung der Lungenraums beim Einatmen. Mit der Entspannung des Zwerchfells hebt es sich, verkleinert das Lungenvolumen und es kommt zur Ausatmung.
  • Die Zwischenrippenmuskeln und diverse andere kleine Müskelchen sind durch Ausdehnung und Zusammenziehen ebenfalls an Ein- und Ausatmung beteiligt.
  • Und nicht zuletzt bewirkt das Atemzentrum im Gehirn im sogenannten verlängerten Rückenmark (Medulla oblongata), dass wir grundsätzlich nicht über das Atmen nachdenken müssen, sondern dass es unbewusst und automatisch geschieht, auch wenn wir schlafen.

Einige Fakten:

Im Ruhezustand atmet ein Erwachsener 12-16 x pro Minute ein und aus. Wir nehmen dabei pro Atemzug ca. 500ml Frischluft auf. Das entspricht der Aufnahme von 200-300 ml Sauerstoff pro Minute!

Lachen bewirkt einen regelrechten Sauerstoffflash für den Körper

Kathrin Stamm

Beim Sport oder intensivem Lachen verzehnfacht sich die Sauerstoffaufnahme in etwa. Das ist die Auswirkung von intensiver Muskeltätigkeit, vergrößertem Atemvolumen und der größeren Pumpleistung des Herzens.

Der Effekt intensiven Lachens auf die Atmung:

10 x so viel Sauerstoff im Körper wie sonst (2-3 Liter pro Minute!), der mit beschleunigtem Puls in den ganzen Körper transportiert wird, erreicht Organe, Hirn und die Peripherie.

  • Es wird uns wärmer
  • die Stoffwechselprozesse im Körper, den Organen und Zellen werden unterstützt.
  • Auch das Gehirn ist mit der besseren Sauerstoffversorgung leistungsfähiger. Nicht umsonst haben wir das Bedürfnis, das Fenster zu öffnen und frische Luft mit einem tiefen Atemzug einzuatmen, wenn wir grad gedanklich fest stecken oder viel gearbeitet haben.

Nun wird nicht nur mehr frische Luft eingeatmet und Sauerstoff aufgenommen, sondern die Gegenbewegung, das Ausatmen ist in gleicher Weise verstärkt beim Lachen. Das ist ja sogar der erste Reflex: intensives, stoßartiges Ausatmen erzeugt das „hahaha“. Weil das besonders intensiv geschieht,

  • werden die Lungen von verbrauchter kohlendioxidhaltiger „Restluft“ gut gereinigt.
  • Die Schleimhaut in den Bronchien wird durch die starke Bewegung der Atemluft kräftig zur Reinigung durch Abhusten angeregt. Auch das ein sehr nützlicher Nebeneffekt.

Übrigens ist es bei Erkältung oder Husten nicht angezeigt, Lachübungen zu machen und die Atmung so intensiv zu vertiefen. Denn sonst zieht man durch die intensive Atmung die Viren und Bakterien noch tiefer in die Lunge. Aus dem gleichen Grund ist es auch nicht sinnvoll, Hochleistungssport mit Erkältung zu machen. Ich vergleiche Lachen gerne mit Leistungssport :-)

Lachen ist ein hoch wirksamer Leistungssport.

Kathrin Stamm

Denn der indische Arzt Dr. Madan Kataria, Begründer des Lachyoga, sagt: 10 Minuten Lachen haben den Effekt von 30 Minuten Cardiotraining.

Auswirkung der Atemtechnik des Lachens auf die Psyche:

Neben den oben beschriebenen körperlichen Effekten hat die intensive Stoßatmung auch eine Wirkung auf die Psyche. Die Atemübungen des Yoga heißen Pranayama. Eine Übung, die dem Lachen sehr ähnlich ist, ist Kapalabhati. Durch ruckartiges Bewegen des Zwerchfells und der Unterleibsmuskulatur wird der Atem schnell hintereinander ausgestoßen. Kapalabhathi heißt „scheinender/leuchtender Schädel“ und bezieht sich auf die Energetisierung des Kopfbereiches. Die Energetisierung kann man sicher mit dem erhöhten Sauerstoffumsatz in Verbindung bringen. Gleichzeitig ist mehr Wachheit, bessere Konzentrationsfähigkeit zu spüren. Auch ist sie gut geeignet, um sich von festgefahrenem Gedankenkreisen zu lösen, Kopf und Gedanken wieder zu klären und frische neue Gedanken zu bekommen oder einfach besser abzuschalten. Genau wie beim Lachen.

Und um zurückzukommen auf den Cartoon von Peter Gayman: Ja, mit der Atmung lässt sich Einiges bewirken! Und es ist so einfach: ich hab sie ja immer bei mir :-)

Die Atemtechnik des Lachens praktisch:

Wenn du magst, kannst du direkt eine praktische Übung mitmachen und das Besprochene selbst testen.

Setze dich bequem.

Stoße kräftig die Lachsilben mit Unterstützung des Zwerchfells (Bauch) laut aus: ho ho – ha ha

Wiederhole das langsam und kräftig ausstoßend und beschleunige dabei: ho ho ha ha hoho haha hoho haha hohohaha….

Steigere die Übung mit Unterstützung aus dem Bauch immer mehr und schneller, bis du anfängst zu lachen.

Dann lass das Lachen einfach fließen und genieße :-)

Diese kleine Übung kannst du zur Belebung bzw. zur Auffrischung des Körpers mit Sauerstoff immer wieder mal kurz zwischendurch machen.

Ich wünsche dir viele kleine oder auch größere Lachpausen. Und bei der nächsten Herausforderung denk einfach dran:

Es ist alles eine Frage der Atemtechnik :-)

In diesem Sinne: lach’s gut!

Deine Kathrin

P.S.: Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit Lachen oder Atemtechnik hier unten im Kommentarfeld mit uns teilst oder gerne auch Feedback gibst. Danke!

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Kathrin,

    schon der Cartoon hat mich zum Lachen gebracht und deine Atemübung auch in erstaunlich kurzer Zeit.

    Und den Satz „Ich habe die Atmung ja immer bei mir“ nehme ich gerne mit.

    Danke schön!

  2. Liebe Kathrin,
    Da ich leider in meinem Leben mehr geweint hab als gelacht obwohl es für mich nichts schöneres gibt als zu lachen, hast Du mich nun dazu inspriert eine Lachgruppe zu gründen. Meine Seele sagt Jaaa tu das.
    Danke

    • Liebe Ludmilla, danke von Herzen für dein Feedback.
      Ich freu mich außerordentlich, dass du eine Lachgruppe gegründet hast und wünsche dir ganz viel Freude, Verbindung und gegenseitige Unterstützung in deiner neuen Gruppe. Gemeinsam macht es einfach mehr Spaß, weil Lachen so unglaublich ansteckend ist. Da bin ich gespannt, was sich alles Positives daraus entwickelt. Gerade wenn einem gar nicht so danach ist, hilft Lachen ganz besonders. Also meine Empfehlung: dran bleiben, sich gegenseitig motivieren und Freude teilen. Herzliche Grüße in die Lachgruppe!
      Kathrin

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