Nutzt du den Kompass der drei Zuständigkeiten?

Orientierung klar und einfach - Grafik www.canva.com

Möchtest du einen weiteren Tipp zu „weniger ist mehr“? Hier erfährst du, wie du ganz einfach Klarheit gewinnst, wofür es lohnt sich zu engagieren und wo nicht. Wenn du diesen Kompass nutzt, kannst du in manchen Dingen viel Energie sparen. Die kannst du sinnvoller und effektiver für dich und deine Projekte nutzen.

Der Kompass funktioniert mit der Fragestellung:

  • In welcher Zuständigkeit bist du gerade engagiert?
  • In wessen Verantwortung denkst und handelst du gerade oder möchtest es tun?
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Zusammengefasst und stark reduziert lassen sich die Verantwortlichkeiten in drei Kategorien einordnen:

1. Meine Verantwortung

2. Deine Verantwortung

3. Schicksal

Klingt einfach und ist es auch. Ich schätze die Kraft der Einfachheit und Klarheit. Kompliziert ist meist nur, was wir machen ohne den Kompass anzuwenden oder wie wir die Komplexität handhaben! Also dröseln wir es mal auseinander – das Geflecht unseres alltäglichen Miteinanders.

Im Folgenden verwende ich das „ich“ und „du“ auf zweierlei Weise. So wie du es hier siehst im geraden Schriftsatz, meine ich damit mich als Autorin und dich als Leser.

Wenn ich Texte kursiv setze, ist das „ich“ und „du“ introspektiv zu verstehen, also von innen nach außen gedacht. Es kann sich dann sowohl auf mich in Bezug auf mein Gegenüber als auch auf dich in Bezug auf dein Gegenüber beziehen.

1. In meiner Zuständigkeit und Verantwortung liegt

  • alles, was ich selbst initiieren kann,
  • wofür ich zuständig und verantwortlich bin,
  • wofür ich einen Vertrag abgeschlossen habe (z. B. Arbeitsvertrag, Beratervertrag),
  • wofür ich eine Vormundschaft habe (z. B. Kinder – eigene oder anvertraute, Patienten etc.),
  • was ausschließlich mich betrifft oder was mich als Auswirkung des Handelns Anderer betrifft.
  • Meine Gefühlsreaktionen liegen immer in meiner Verantwortung.

Die Auslöser für meine Gefühle hingegen kommen entweder von meinen Gedanken – für die ich wiederum selbst verantwortlich bin oder tatsächlich durch Ereignisse im Außen. Dann bleibt in meiner Veratnwortung, wie ich damit umgehe.

2. In deiner Zuständigkeit und Verantwortung liegt

  • alles, was du selbst initiieren kannst, wofür du zuständig und verantwortlich bist,
  • wofür du einen Vertrag abgeschlossen hast,
  • wofür du Vormundschaft hast,
  • was mich eben nicht betrifft, sondern ausschließlich dich.
  • Deine Gefühlsreaktionen und deine Gedanken sind ebenfalls deine Angelegenheit.

Wenn ich mit meinen Worten und Handlungen ein Auslöser für deine Gedanken und Gefühle bin, kannst du mich darüber informieren und ich kann darüber  nachdenken und ggf. etwas ändern. Die Information ist deine Verantwortung. Ich kann nämlich nicht in andere Köpfe reingucken. Bei aller Liebe zu mir nahestehenden Menschen bin ich oft auf deine Hilfe angewiesen! Dieser Punkt wird manchmal übersehen und als „Nichtachtung“ ausgelegt. Dabei ist es lediglich eine Art „Nicht-Telepathie“ :-)

3. Mit Zuständigkeit und Verantwortung des Schicksals

könnte man solche Dinge bezeichnen wie schwere Unfälle, lebensbedrohliche Krankheiten, Tod, Erdbeben, Tsunamis und Ähnliches. Wenn ich nicht in die Schuldzuweisung und komplette Verantwortungsübernahme oder –Abgabe gehe, fällt es etwas leichter auch in einer schweren Herausforderung wieder Balance und einen Weg zu finden. Der Umgang mit dem Schicksal oder eine Linderung oder Hilfe in der Situation ist wiederum meine oder deine Aufgabe. Nicht immer habe ich kompetente empathische und gut vorbereitete Menschen oder Spezialisten um mich, die mir geben können, was ich in so einer Situation brauche. Dann muss ich mir Hilfe suchen. Und wenn du unterstützen möchtest, hilft es manchmal einfach nur zuhören oder mich in den Arm zu nehmen.

So wie der Kompass immer nach Norden zeigt

kannst du sinnvoll nur in einer Art von Zuständigkeit und Verantwortung handeln und navigieren – nämlich in deiner eigenen!

Sobald du in den anderen beiden Zuständigkeitsbereichen unterwegs bist, handelst du dir Frust, Ärger und Energieverlust ein. Es ist nämlich unangenehm anstrengend, die Zuständigkeiten Anderer oder Schicksal zu regeln oder regeln zu wollen. Falls diesbezüglich Klarheit nützlich ist, hilft der Kompass hier weiter.

Selbstfürsorge hat bei Hilfe und Unterstützung Anderer Vorrang!

Vor jedem Flug wird erklärt: Wenn die Atemmasken runterfallen, bitte zuerst selbst eine Maske aufsetzen und dann dem Nachbarn helfen. Anders herum führt es zu nichts – beide sterben im Extremfall. So ist es mit meinen Zuständigkeiten. Ich kann mich erst um Andere kümmern, wenn meine Basis stimmt. Und wenn das nicht der Fall ist, hilft besser ein Anderer! Das klingt so einfach – ich habe lange Jahre gebraucht, bis ich das verinnerlicht hatte.

Wie du viel Energie sparen kannst

Es ist völlige Energieverschwendung ohne Auftrag in der Zuständigkeit oder Verantwortung eines Anderen unterwegs zu sein! Also Dinge zu tun wie

  • ungefragt Ratschläge zu erteilen,
  • Vorschläge wie etwas besser gehen würde,
  • was richtig und falsch nach deiner Meinung ist etc.

Das führt zu Widerstand, sinnlosen Debatten und oft viel Ärger. Obwohl das Gegenüber nicht offensichtlich angegriffen wurde, fühlt er oder sie sich angegriffen. Es ist konsequent betrachtet Grenzüberschreitung, wenn du ungefragt in seinen oder ihren Bereichen unterwegs bist. An den Reaktionen deines Gegenübers kannst du das bemerken. Natürlich geschieht das unbewusst oder weil du es bisher nicht besser wusstest. Jetzt jedoch hast du den Kompass, kannst ihn benutzen und solche Situationen gar nicht erst aufkommen lassen oder zumindest sie reduzieren und die Luft rausnehmen (das ist ja meinst der erste Schritt).

Wie nutze ich diesen Kompass konkret?

Tatsächlich rufe ich ihn immer dann in Erinnerung, wenn ich

  • Unwohlsein verspüre bei „Aufgabenverteilung“, und Verantwortungszuweisung.
  • mich ertappe über das Handeln und Benehmen von Menschen in meinem Umfeld nachzudenken
  • Gedanken bemerke wie „sie sollte doch wirklich mal…“ „warum kann er denn nicht einfach…“ etc.
  • mit dem Schicksal hadere, simple Verantwortungs- oder gar Schuldzuweisungen für komplexe, verflochtene Probleme und Themen bevorzuge.

Das sind Hinweise, dass die Angelegenheiten nicht klar sortiert sind in meinem Kopf.

Ich halte inne, denke nach, wer welche Zuständigkeit hat und überlege ob ich etwas tun kann und möchte und wenn ja, was. Danach bin ich erleichtert und setzte das möglichst direkt um. Und sei es so etwas wie Liebe und Mitgefühl senden zu Opfern einer Katastrophe oder eine Unterstützung für Helfer.

Meine Kinder haben festgestellt, dass ich ruhiger und gelassener geworden bin in den letzten Jahren. Das hat viel mit dem Kompass der Zuständigkeiten zu tun. Es gibt Momente, da sage ich zu mir selbst ganz bewusst:

„Ich bin da, höre zu und bleibe dabei in meiner Zuständigkeit.“

Kathrin Stamm

Das ist wie ein Mantra, das mir hilft in der für mich stimmigen Haltung da sein zu können. Oder auch um mich mit freundlichen Worten rauszuhalten.

Inspirationsfragen zum Schluss

  • Gibt es Situationen in deinem Leben, wo du nochmal neu über die Frage der Zuständigkeiten nachdenken könntest?
  • In welchen Lebensbereichen fällt es dir leichter, Zuständigkeiten und Verantwortung auseinander zu halten – wo weniger?

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6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für Deine klaren Impulse. Einfach umzusetzen und fördert noch mehr die Aufmerksam- und Achtsamkeit für sich selbst und das Gegenüber.

    • Die Rückmeldung tut gut! Ich lese auf den verschiedenen Kanälen (Facebook, Xing), dass ich da wohl einen Nerv getroffen habe. Denn das Thema hat etwas smit den sozialen Medien zu tun, wo sich schnell mal die Angelegenheiten mischen und Unmut entsteht, reiner Energiefresser. Bin gespannt, was ich noch alles zu lesen bekomme dazu .-)

  2. Liebe Kathrin,

    das war ein wirklich hilfreicher Artikel, wenn man mal wieder im Wust seiner Gedanken festhängt – eine gute, einfache Orientierungshilfe. Danke für deine wertvollen Impulse!

    Sylvie

    • Liebe Sylvie, das freut mich! Mir geht es selbst manchmal so – da sitze ich z. B. an Facebook und will etwas kommentieren, befrage meinen Kompaß – und lasse es dann doch sein. Regelrecht erleichtert bin ich dann, Zeit und Energie (mit Rede und Gegenrede und sonstigem) „gespart“ zu haben… Herzliche Grüße!

  3. Liebe Kathrin,

    ein sehr hilfreicher Artikel. Sich diese drei Zuständigkeiten bewusst zu machen, immer wieder, kann tatsächlich sehr viel Energie, Frust und Ärger sparen.

    Besonders gefällt mir die Idee, diesen Kompass in den Social Media anzuwenden. Denn dort ist in der Tat die Versuchung groß, mal eben „seinen Senf“ dazu zu geben. Unter Umständen entwickeln sich daraus noch längere Diskussionen und es entsteht ein echter „Rattenschwanz“ an Folgewirkungen.

    Weniger wäre dann wirklich mehr gewesen:-).

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