Lachen lernen – brauch ich da Humor?

Foto by Kathrin Stamm

Die erste Frage ist ja, ob du überhaupt Lachen lernen musst oder kannst. Darauf ist meine klare Antwort: NEIN!
Aber, denkst du möglicherweise, Lachen ist die beste Medizin – so sagt der Volksmund. Vielleicht hast du von den vielen Nutzen des Lachens gehört und denkst daran, deine Fähigkeiten diesbezüglich auszubauen, um deine Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Selbstbewusstsein, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu verbessern, Stress abzubauen u.v.m.?

Mehr zu den zahlreichen Nutzen des Lachens findest du in meinem Blogartikel „Warum du mindestens 10 Minuten täglich lachen solltest“

Lachen lernen – so ein Quatsch!

Kleinkinder lachen ungefähr 300 – 400 Mal am Tag. Wir Erwachsene lachen – wenn es hoch kommt vielleicht noch 30 Mal. Und da wir alle kleine Kinder waren, können wir davon ausgehen, dass wir das auch getan haben. Insofern musst du Lachen nicht neu lernen, sondern genau genommen brauchst du dich lediglich erinnern an Fähigkeiten, die aus diversen Gründen mehr oder weniger verschwunden sind.

Die gute Nachricht: du kannst dein Lachtalent, diese natürliche Fähigkeit, wieder hervorholen! Insofern ist es Quatsch, dass du etwas Neues lernen müsstest wie etwa Segeln oder Fliesen legen. Denn es ist nichts, was du noch nie gemacht hast, wozu du völlig neue Fertigkeiten bräuchtest!

Tatsächlich ist das Lachen bei den meisten Menschen nicht völlig in der Versenkung verschwunden. Und längst nicht jeder muss zum Lachen sprichwörtlich in den Keller gehen. In bestimmten Triggersituationen können wir lachen wie früher und fühlen uns meist wunderbar danach. Allerdings bin ich im Laufe der Jahre vielen, sehr vielen Menschen begegnet, denen das nicht gereicht hat – solche gelegentlichen Situationen.

  • „Ich will wieder lachen wie früher und sehne mich nach mehr Leichtigkeit..“
  • „Mein Leben ist zu ernst geworden.“
  • „Leider hab ich nix mehr zu lachen in letzter Zeit.“

So ähnlich habe ich es hunderte Male gehört, wenn Menschen neu zu einem Lachtreffen, Workshop oder Lachtrainerausbildung kamen. 10, 20 oder 30 Mal Lachen am Tag ist eben nicht Jedem genug. Manche ahnen intuitiv oder erinnern sich sogar, dass da früher mehr war und dass dieses mehr Lachen extrem angenehm war. Und das ist gut so, denn da drückt sich ein gesundes Bedürfnis nach entspanntem Leben in Leichtigkeit aus, das uns auch zusteht. Egal, was wir grad um die Ohren haben.

Brauchst du zum Lachen lernen Witze und Humor?

Wenn auf die nachfolgenden Sätze einer oder mehrere zutreffen, bist du in guter Gesellschaft. Vielleicht hast du dadurch Bedenken, Lachen zu lernen bzw. reaktivieren – Gesundheit hin oder her:

  • Ich kann mir keine Witze merken.
  • Ich mag nicht, wenn man über Andere lacht.
  • Worüber manche Lachen, finde ich doof.
  • Manche Witze verstehe ich nicht.
  • Wenn über mich gelacht wird, fühle ich mich verunsichert.

Um das Thema anfassbarer zu machen – hier der lustigste Witz der Welt, wie die Hannoversche Allgemeine im Oktober 2015 berichtete:

Zwei Jäger sind draußen in den Wäldern, als einer von ihnen plötzlich kollabiert. Er scheint nicht mehr zu atmen und seine Augen sind glasig. Der andere Mann kramt sein Handy aus der Tasche und wählt den Notruf. Er ringt nach Luft: „Mein Freund ist tot! Was soll ich tun?“ Der Mann am anderen Ende der Leitung antwortet: „Beruhigen Sie sich. Als erstes müssen Sie sichergehen, dass er tot ist.“ In der Leitung wird es still – dann ertönt plötzlich ein Schuss. Der Jäger nimmt das Telefon wieder zur Hand und fragt: „Okay, und jetzt?“

Hinterlässt er nicht ein komisches „Geschmäckle“ – gerade heute?

Hast du ganz kleine Kinder schon mal länger beobachtet beim Spielen, Entdecken und im Miteinander? Erzählen sie sich Witze? Nein! Sie können vielleicht noch gar nicht sprechen und dennoch lachen sie so oft.
Kleine Kinder lachen z. B. weil

  • sie eine Bezugsperson wieder entdecken (Verstecken des Gesichts hinter den Händen ist ein beliebtes Spiel),
  • etwas Unerwartetes passiert,
  • bei „banalen Anlässen“ wie z. B. wenn ein Hund mit dem Schwanz wedelt,
  • Planschen einfach Spaß macht genauso wie herummatschen oder oder oder.

Neugier und Offenheit ist mit dabei. Die großen Augen, das ganz bewusste intensive Beobachten, Wahrnehmen mit allen Sinnen gehört mit zu dem „Setting“. Ebenso wie eine Vertrauensperson in der Nähe. Ganz im Hier und Jetzt sein – das können Kinder natürlicher Weise. All das spielt beim Lachen eine Rolle. Denn Lachen führt uns – auch als Erwachsene – in die Präsenz, in die Gegenwart.
Bei den Kleinkindern werden keine Witze erzählt oder Comedy gespielt. Und dennoch lachen Menschen in dieser Phase von Natur aus am meisten.
Du kannst also in aller Seelenruhe auf Witze pfeifen.

Um mehr zu lachen brauchst du also

  • keine Witze und kein Witzgedächtnis
  • kein kömödiantisches Talent
  • kein Lachtalent zu sein, der überall die Leute mitreißend unterhält und begeistert
  • keinen Sarkasmus
  • ja noch nicht einmal Humor!

Statt dessen reicht als Basis

  • Offenheit und Neugier
  • Bereitschaft zu kleinen Bewegungs- Atem- und Dehnübungen
  • Bereitschaft zu kleinen Rollenspielen
  • Bereitschaft zu wiederholtem Training (10 Minuten am Tag genügen)
  • einen geschützten Raum

Ich empfehle tatsächlich zum Lachen in den Keller zu gehen, weil Lachen lernen…

… einfach nur ein kleines Übungsprogramm ist zur Reaktivierung deiner bereits vorhandenen Fähigkeiten.

Um die Effekte zu erzielen, die gesundheitlich unterstützend sind, trainierst du das Lachen einfach wieder und wieder. Es ist wie mit anderen Fähigkeiten auch z. B. dem Laufen. Das haben wir alle gelernt als wir klein waren. Ich erinnere mich, dass meine Kinder früher bei Wanderungen oder Spaziergängen mindestens den doppelten, wenn nicht den drei- und vierfachen Weg zurück legten als wir Eltern. Denn sie liefen hin und her, guckten hier und dort hinter Bäumen, Hecken und Felsen, spielten Fangen oder Verstecken dazwischen etc. Sie hatten rote Bäckchen dabei und strahlten vor Freude und Glück.

Wenn wir heute etwas für unsere Fitness und Gesundheit tun wollen, gehen wir Joggen, Walken oder aufs Laufband im Fitnesscenter – und nutzen damit die Fähigkeiten, die wir als Kleinkinder bereits erworben und ganz natürlich angewendet haben, das Laufen.
Um es auf den Punkt zu bringen: wie Laufen trainieren kannst du es auch mit dem Lachen halten.

Im Extremfall kannst du dazu tatsächlich in den Keller gehen oder sonst eine Örtlichkeit, wo du ungestört experimentieren oder üben kannst.
10 Minuten intensives Lachen aus dem Bauch heraus als Basisprogramm reicht völlig aus.

Lachtraining, auch Lachyoga genannt, ist Lachen ohne Grund und Schadenfreude – ein Trainingsprogramm wie andere Fitnessprogramme.

Statt zu trennen oder sich auf Kosten anderer zu amüsieren verbindet Lachen ohne Grund. Es lässt Menschen mehr Nähe fühlen. Und das ist gerade in Zeiten von Verunsicherung und Stress eine große Ressource.

Zu diesem Zweck habe ich einen kostenlosen Online-Lachkurs entwickelt. Hier kannst du dich anmelden.

Was, wenn du mehr Lachen lernen willst?

Lachmarathon für besondere Anforderungen oder Herausforderungen gibt es natürlich auch. Dazu kannst du z. B. Lachtrainer werden. Dann hast du schon von „Beruf wegen“ mehr Lach-Trainingsmöglichkeit. So habe ich es gehandhabt, als ich meinen körperlichen Breakdown hatte. Es hat mich bei meiner Genesung ungerstützt und beim Gesundbleiben. Ausserdem haben sich meine Beziehungen weiter harmonisiert und nicht zuletzt lebe ich seitdem in einer glücklichen Partnerschaft und wir lachen viel miteinander. Das Lachen spielt dabei eine große Rolle für mich! Den nächsten Termin zum Intensivwochenende „Lachyogaleiterausbildung“ findest du hier.

Dann wünsche ich dir viel Lachen ohne Grund – Lach’s gut!

P.S.: Gerne kannst du unten deinen Kommentar hinterlassen und ich freue mich auch über das Teilen dieses Beitrags :-)

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Kathrin Stamm

Mein Motto als Coach & Trainerin: weniger ist mehr! So zeige ich dir, wie du mit einfachen und leicht in den beruflichen Alltag zu integrierenden Tools von nur wenigen Minuten täglich deine Konzentrations-, Entscheidungs- , Kommunikationsfähigkeit sowie deine Widerstandskraft steigerst. Das schenkt dir mehr Energie für die wirklich wichtigen Dinge!

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