Sehnst du dich nach Entspannung?

Foto by Kathrin Stamm

Anspannung, Entspannung, Rhythmus und Lachen.

Dein Herzschlag. Fühle ihn doch einfach mal. Jetzt. Du kannst deinen Puls an der Innenseite des Handgelenks ertasten: spürst du das regelmäßiges Pulsieren? Dein Herz schlägt von ganz alleine 60-80x pro Minute.

Deine Atmung: beobachte auch sie für einen Moment. Von ganz allein bewegt sich die Luft an deiner Nase. Kühle Luft strömt ein, warme wieder aus. Im Liegen könntest du besonders gut beobachten, wie sich der Bauchnabel hebt und senkt in seinem eigenen Rhythmus. 12-16x pro Minute.

Hast du übrigens gerade gemerkt, wie du dich ein wenig entspannt hast? Weil du deine Aufmerksamkeit vom sonstigen Alltagsgeschehen und der üblichen unbewussten Körperhaltung weggenommen und zum Körper hingelenkt hast. Ein erster Effekt, den du jederzeit nutzen kannst, um dich ein wenig zu entspannen bzw. deine Konzentrationsfähigkeit wieder aufzufrischen. Genieße das einen Moment, bevor du weiter liest.

Bio-Logik von Rhythmus

Zu bestimmten Zeiten hast du Hunger, in anderen wird verdaut (ebenfalls ganz selbstständig). Du hast Phasen, in denen du wach und produktiv bist, Phasen, in denen du weniger produktiv bist, zu Müdigkeit neigst und nach innen gekehrt bist und Phasen, in denen du schläfst.

Wenn du die verschiedenen Rhythmen deines Körpers Revue passieren erscheint es logisch, dass Anspannung und Entspannung, Produktivität und Nicht-Produktivität mit Regeneration natürliche Rhythmen des Körpers sind. Woher kommt der Mythos, dass ein gesunder Mensch 8 Stunden dauerhaft fit, froh und leistungsfähig sein muss? Und dass etwas nicht mit dir stimmt, wenn du dazu nicht in der Lage bist? Ist das tayloristische Weltbild (den Menschen als Maschine zu sehen) immer noch so tief in uns verankert?

Wir sind bio-logische Wesen. Lebendig. Rhythmen „unterworfen“ bzw. im gesunden Zustand mit den Rhythmen unseres Körpers und der Umgebung im Einklang. Wie können wir das nur immer wieder vergessen? Zum Glück haben wir den Körper. Der erinnert uns immer wieder daran:

„Sehnst du dich nach Entspannung?“ fragt der Körper oftmals, wenn’s irgendwo zwickt oder schmerzt.

Schon einige Stunden am Computerarbeitsplatz – Hände kühl, Arme steif, ganz zu schweigen von Schulter und Hals und überhaupt. Kennst du das? Ich erlebe das z. B. in den Phasen, in denen ich Homeoffice-Arbeiten erledige.

Anspannung und Entspannung – ein cooles Paar:

Anspannung – Entspannung, das ist ebenfalls ein rhythmisches Verhalten. Diesmal die Muskeln betreffend. Unsere Skelettmuskulatur kennt nur Anspannung oder „Loslassen“, was zu Entspannung führt. Hier ein ganz kurzer Film, der den Mechanismus in den Muskeln anschaulich macht.

Dauerhafte Anspannung führt zu Verkrampfung oder Verhärtung. Und die macht sich irgendwann schmerzhaft bemerkbar. Dafür sind sie letzten Endes gut, unsere Verspannungen: uns zu erinnern, dass wir vergessen haben in den Gegenpol zu schwingen, in das Loslassen, Entspannen und zur Regeneration, ohne die wir nicht wirklich kraftvoll weiterarbeiten können.

Lachen und Lachyoga als Entspannungsmethode

Eine ungewöhnliche Option?

Lachen ist eine Möglichkeit, Verkrampfungen und Verhärtungen zu lösen.

Wie das jetzt? Lachen ist doch intensive Muskeltätigkeit und kann regelrecht anstrengend sein. Wer schon mal richtig feste gelacht hat (und ich gehe davon aus, dass das bei Jedem der Fall war – kürzer oder länger her), erinnert sich vermutlich. Erinnerst du dich auch, wie du dich danach gefühlt hast? Angenehm entspannt nämlich. Diesen Effekt vergleiche ich gerne mit dem, was bei der Progressiven Muskelentspannung passiert.

Als Kursleiterin für PMJ kenne ich den Effekt sehr genau. Wenn du magst, kannst du ihn mit folgender kleiner Übung sofort nachvollziehen:

Winkle deinen rechten Arm an, balle die rechte Faust und spanne Finger- und Unterarmmuskulatur für 5- 10 Sekunden an (5 – 10 x einundzwanzig sagen, Achtung, nicht überteiben!). Dann lasse plötzlich los. Spüre den Unterschied zu vorher. Und den Unterschied zwischen dem rechten und dem linken Arm. Zum Nachspüren in den entspannten Muskelzustand nimm dir doppelt so viel Zeit wie beim Anspannen. Vermutlich möchtest du das ungleiche Gefühl gerne ausgleichen und dazu kannst du die Übung mit der linken Faust und dem linken Arm wiederholen.

Bei der Progressiven Muskelentspannung machen wir diese Übung mit diversen Muskelgruppen des ganzen Körpers der Reihe nach. Dadurch stellt sich eine tiefe Entspannung im ganzen Körper ein.

Beim Lachen ist der Effekt recht ähnlich: Durch intensives Lachen, vor allem beim Lachflash oder auch beim Lachtraining oder Lachyoga, werden minutenlang (10 Minuten Minimum erwünscht) an die 100 Muskeln und Müskelchen im Körper aktiviert. Spätestens wenn dir dann die Puste ausgeht und du aufhörst zu lachen, setzt als Reflex eine tiefe Entspannung ein, die sich im Körper angenehm ausbreitet.
Das ist einer der Gründe, warum so viele Menschen die kurzen lustigen Youtube-Filme und Comedy-Shows gucken. Es entspannt herrlich.
Beim Lachyoga nutzen wir diesen Entspannungseffekt noch weiter und vertiefen ihn mit diversen Entspannungsübungen. Z. B. dem Yoga Nidra (Schlafyoga), eine kurze Reise durch den Körper, in der man einfach die Entspannung der Reihe nach in allen Körperteilen wahrnimmt, die sich ohnehin gerade eingestellt hat. Die Wahrnehmung vertieft die Entspannung weiter – genau wie bei der Progressiven Muskelentspannung.

Ich hatte etliche Teilnehmer beim Lachyoga, die generell keine Typen für Entspannungskurse waren und bisher mit Entspannungsübungen keine Erfolge erzielten, obwohl der Arzt es empfahl – so erzählten sie. Interessanterweise gelang es ihnen nach dem Lachyoga bei der dazu gehörenden Entspannungsübung ganz einfach in Entspannung zu kommen. Ein nicht zu unterschätzender Wert und Effekt.
So wie ich insgesamt meine, dass die positiven Wirkungen des Lachens und von Lachyoga nicht nur dem Lachen selbst, sondern auch der dadurch automatisch folgenden Entspannung geschuldet sind. Je doller das Lachen, desto doller die Muskelkontraktionen, desto intensiver der anschließende Entspannungseffekt. Wenn du zu jenen Menschen gehörst, die sich nach mehr Entspannung sehnen, ist intensives Lachen und Lachyoga eine wunderbare Möglichkeit dazu!

Lachübung mit Entspannungseffekt:

Eine super Schnupper-Lachübung zum Testen des Effekts ist das Aufsteigende Lachen:
Du nimmst die Finger einer Hand, beginnst mit dem Zeigen des Daumens fast lautlos zu kichern, beim Zeigefinger lachst du etwas lauter, und so lachst du bei jedem Finger lauter und kräftiger. Beim kleinen Finger erreichst du die stärkste Stufe und lachst richtig mit Druck (also stärkster Muskelaktivität).

Und jetzt kommt der wichtige Teil, der oftmals übergangen wird:

Spüre in den Körper, wie er sich am Ende der Übung anfühlt: die Atmung, dein Puls, die Körperwärme und an welchen Stellen und Körperbereichen du die Entspannung besonders spürst. Genieße das wohlige Gefühl! Das ist mindestens ebenso wichtig wie das Lachen :-)

Zugegeben, von jetzt auf gleich intensiv zu lachen mit der Übung ist schon eine Kunst. So tun als ob unterstützt dich dabei. Ich habe ein kostenfreies kleines Übungsprogramm zusammengestellt, mit dem du dir das Lachen eintrainieren kannst, so dass es dir jederzeit zur Verfügung steht – auch wenn dir grad nicht danach ist.

Dann wünsche ich gute Entspannung mit Lachen!

P.S.: Teile gerne deine Erfahrungen oder Anregungen zum Thema im Kommentarfeld unten. Danke!

Hol dir kostenfrei den Mini Emailkurs "Lach dich fit!"
Erhalte den 2-seitigen Lach-dich-fit Guide sowie drei weitere Vertiefungsmails für deine tägliche Lachpraxis.
Du kannst dich in jeder Email wieder abmelden. Wir halten uns an den Datenschutz. Mehr Info im Menü unter "Datenschutz"

Kathrin Stamm

Mein Motto als Coach & Trainerin: weniger ist mehr! So zeige ich dir, wie du mit einfachen und leicht in den beruflichen Alltag zu integrierenden Tools von nur wenigen Minuten täglich deine Konzentrations-, Entscheidungs- , Kommunikationsfähigkeit sowie deine Widerstandskraft steigerst. Das schenkt dir mehr Energie für die wirklich wichtigen Dinge!

Letzte Artikel von Kathrin Stamm (Alle anzeigen)

Veröffentlicht von

Mein Motto als Coach & Trainerin: weniger ist mehr! So zeige ich dir, wie du mit einfachen und leicht in den beruflichen Alltag zu integrierenden Tools von nur wenigen Minuten täglich deine Konzentrations-, Entscheidungs- , Kommunikationsfähigkeit sowie deine Widerstandskraft steigerst. Das schenkt dir mehr Energie für die wirklich wichtigen Dinge!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.