Heute schon gespielt?

Foto by Kathrin Stamm

Im Zug. Welche Ferien haben wir? Mein Großraumabteil ist voll von Familien und Kindern. Schon ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher: die Kinder aus unterschiedlichen Familien beschäftigen sich friedlich und fröhlich. Lesen, Malen, sprechen über Bilder, bekommen Geschichten vorgelesen oder spielen Gesellschaftsspiele. Kein Kind hat ein Handy oder ein Ipad in der Hand. Toll, dass es das noch gibt, denke ich. Wenn die Kinder aus dem Fenster sehen mit wachen Augen, weiten sie sich schnell vor Begeisterung, wenn wir durch einen Tunnel, eine neue Stadt fahren. Ich sitze daneben und die vorüberziehende Landschaft scheint strahlender zu sein – trotz trübem Wetter. Wegen der ansteckenden Begeisterung eines Mädchens mit braunem Zopf und glitzerndem Pferdesweatshirt?
Was ist nur passiert, dass wir als Erwachsene nicht mehr die gleiche Begeisterungsfähigkeit und Freude beim Beobachten der Welt haben?

Wovon schneiden wir uns ab, wenn wir nicht mehr spielen?

Ich erinnere mich an das letzte Lachyoga-Wochenende. Wir hatten am zweiten Tag alle so viel Begeisterung und Offenheit in den Augen. Und konnten über harmlose Dinge lachen. Bei gleichzeitig wachsender Verbindung und Verständnis füreinander. In diesen Stunden waren wir alle von Freude, Glück und Leichtigkeit erfüllt. Kein Wunder nach so viel intensivem Lachtraining in der Gruppe. Spielerische Elemente wurden immer wieder neu von mir oder den Teilnehmern beigesteuert. Die Ideen und Kreativität sprudelten geradezu. Aber ist das die Norm? Sind Menschen so im Büroalltag? Rhetorische Frage, ja ich weiß… Nochmal zurück zum

Sinn des Spielens bei Kindern

Auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung findest du informative Beiträge über die Bedeutung von Spielen für die kindliche Entwicklung. Darin wird deutlich, dass Spielen für Kinder so wichtig ist wie gute Ernährung, Schlaf und Bewegung. Kinder sind von Natur aus neugierig und haben eine angeborene Freude am Spiel.

Spielen ist ein natürliches und gesundes Bedürfnis von Kindern.

Dabei wird

  • das Gehirn trainiert
  • der Umgang mit Emotionen geübt
  • Regeln, Verhaltensvariationen und ihre Auswirkungen spielerisch erprobt
  • In Bewegungsspielen werden Geschicklichkeit und Körperbeherrschung gefördert.

Bei 6-Jährigen hören die Spieltipps der Bundeszentrale auf.

Fragen über Fragen zum Thema Spielen für ältere Kinder und Erwachsene

  • Und dann gibt es nur noch Lernspiele oder Computerspiele?
  • Brauchen wir als Erwachsene das Spielen und das Spielerische von heute auf Morgen nicht mehr?
  • Haben wir wirklich alles gelernt und erprobt, was wir zum Leben brauchen?
  • Kann die Verstandestätigkeit das Spielen ganz ersetzen?

Fragen, die sich mir auftun, wenn ich dieses Thema in meinem Herzen bewege.

Immerhin als Erwachsener kann man noch ins Schau-Spielhaus gehen und sich etwas vorspielen lassen. Oder ins Kino oder Bücher lesen. Auch das hat noch etwas von Rollenspiel – sich mit Rollen identifizieren und mit ihnen lachen oder weinen oder was auch immer daraus lernen oder mitnehmen. Wer Glück hat, kann mit seinen eigenen Kindern oder Enkeln wieder spielen oder auch mit Freunden Spieleabende genießen.

Spielen? Für so einen Kinderkram habe ich keine Zeit.

Schon erstaunlich. Denn meine Beobachtung an den Lachwochenenden oder in Begleitung von Menschen, die durch regelmäßiges Lachtraining wieder in Verbindung kommen mit den Möglichkeiten ihres natürlichen spielerischen Angangs, profitieren enorm davon.

Vielleicht siehst du auch gelegentlich, wer von deinen Facebookfreunden Spielelevels auf kostenlosen Handyspielen erreicht hat.  Die kommerzielle Nutzung dieses Bedürfnisses – wenn ich es mal als solches bezeichne – ist nicht umsonst ein kontinuierlich wachsender Wirtschaftszweig. Laut Wikipedia wurden weltweit mit der Spieleindustrie im Jahr 2014 ca. 100 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Sicher nicht nur von und für Kinder. Dabei geht es auch einfach und kostenlos.

Spielen und Entwicklung

Das Wort „spielen“ kommt vom althochdeutschen „spil“ und heißt sinngemäß Tanzbewegung. So macht das Wort schon deutlich, dass es beim Spielen um Beweglichkeit geht.

Die Entwicklungsstufen des Spielens haben wir (hoffentlich) alle durchlebt und in uns gespeichert. Wer Kinder oder Enkelkinder hat, kann es mehrfach beobachten. Auf Wikipedia findest du eine gute Übersicht, welche Arten von Spielen unterschieden werden in Bezug auf die kindliche Entwicklung. Sicher erinnerst du dich selbst an

  • Klatsch-,
  • Sing- und Reimspiele,
  • Bewegungsspiele (wie Blinde Kuh, der Plumssack geht um…),
  • Rollenspiele und Fiktionsspiele,
  • Ratespiele,
  • Gesellschaftspiele u.v.m.

Spielen und Lachyoga

Dr. Madan Kataria wollte vor über zwanzig Jahren die Ergebnisse der Gelotologie (Lachforschung) experimentell und praktisch überprüfen. Er suchte einen Weg, wie Menschen täglich von den zahlreichen Nutzen des Lachens (siehe mein Blogartikel) profitieren können, ohne sich ständig Witze erzählen oder Komikfilme gucken zu müssen. Denn seiner ersten Expermentiergruppe gingen nach ungefähr zehn Tagen bereits die Witze aus. Einerseits kam ihm seine Frau Maduri mit Yoga-Elementen zu Hilfe. Andererseits war er in einer Laientheatergruppe. Daher war er mit spielerischen Übungen vertraut und setzte rollenspielerische Elemente für seine Lachtrainings modifiziert ein. Die Beobachtungen von Kleinkindern, die noch 300 – 400 x am Tag lachen, ermutigten ihn, weitere spielerische Elemente in die Entwicklung seiner Übungen einzubeziehen. Lachen und Spielen sind eng miteinander verbunden. In der Phase, wo Kinder 300 – 400 x am Tag lachen ist auch das Spielen und die spielerische Erkundung der Welt im Zentrum des Lebens.

Wenn wir uns ein Stück des Lachens zurückerobern kommt auch spielerischer Angang mit ins Leben zurück.

Das ist ein echtes Geschenk!

Beim Lachtraining besonders hilfreich sind

  • Rollenspielerische Elemente
  • Konzentrationsspiele
  • Bewegungsspiele
  • Improvisationsspiele wie z. B. mit Gibberisch (Silben- bzw. Lautsprache ohne Sinngebung)

Die Teilnehmer von Lachtrainings werden enorm kreativ in der Erfindung neuer Spiele. Regelmäßig erfinden sie neue Übungen oder Variationen aus dem Stehgreif. Und zwar ausnahmslos alle, die sich einlassen – ob Führungskräfte, Ärzte, Lehrer, Pflegekräfte, Rentner oder Studenten.

Themen wie Umgang mit Stressoren, Streit, Ärger etc. werden beim Lachtraining spielerisch mit Lachen „verarbeitet“. Und verlieren dann im Alltag bei erneutem Auftauchen an Stresswirkung. Ja, manchmal ist der drohende Zeigefinger einer Autoritätsperson plötzlich Anlass zu entwaffnender Heiterkeit. Und man kann in Ruhe das Problem besprechen und lösen, statt sich auf Nebenschauplätzen Kämpfe zu liefern.

Bist du neugierig geworden, wie du mit Spielen und Lachen zu mehr Leichtigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Problemlösefähigkeit kommen kannst? Dann habe ich eine kleine

Lachspiel-Übung für dich zum Abschluss:

Hast du dich schon einmal selbst gescholten oder innerlich beschimpft, weil dir etwas daneben gegangen ist? Dann ist diese Übung wunderbar für dich.

Lach-Spiel: Das „schimpfende“ Lachen

Stell dich vor den Spiegel. Die ganze Übung sollte nur kurz dauern, maximal 30 Sekunden.

Beginne dich selbst gestikulierend mit Lachen zu „schimpfen“.

Nutze dabei  die Lachsilben hohoho hahaha hehehe oder welche gerade am besten zu deinen Gesten passen.

Bitte keine Worte oder Sätze verwenden, nur die Lachsilben!

Zum Abschluß der Übung lächele dich im Spiegel anerkennend an und sage dir selbst: Toll, dass ich diese Übung gemacht habe! Sehr gut, jaaaa!

Falls du dir ein bisschen blöde dabei vorkommst: da wärest du nicht der oder die Erste. Jetzt kannst du wenigstens damit lachen und auf diese Weise eine positive Fehlerkultur entwickeln. Denn irren ist menschlich!

Was meinst du, was jetzt – nach der Übung – passiert, wenn du dich nochmal ertappst, wie du innerlich mit dir schimpfen willst?

Ich wünsche dir Zeit zum Spielen und Zeit zum Lachen!

Deine Kathrin

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Kathrin Stamm

Mein Motto als Coach & Trainerin: weniger ist mehr! So zeige ich dir, wie du mit einfachen und leicht in den beruflichen Alltag zu integrierenden Tools von nur wenigen Minuten täglich deine Konzentrations-, Entscheidungs- , Kommunikationsfähigkeit sowie deine Widerstandskraft steigerst. Das schenkt dir mehr Energie für die wirklich wichtigen Dinge!

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