Warum Google jetzt Emotionale Intelligenz und Achtsamkeit in Firmen bringt

Warum Google Emotionale Intelligenz und Achtsamkeit in Firmen bringt

Rauchschwaden. Es qualmt vor mir. Als ich näher heranfahre, sehe ich, dass die Straße versperrt ist – ein Unfall. Erste Helfer sind bereits aktiv. Puh, da muss ich also nicht aussteigen. Dennoch ein Stressmoment. In einer guten Stunde beginnt das Führungskräftetraining. Die Vorbereitungszeit brauche ich dringend, um die Feedbackgeräte vorzubereiten und mich im Raum einzurichten. Ich kann und will es mir nicht leisten, hier stecken zu bleiben.

Emotionale Intelligenz praktisch zur richtigen Entscheidung nutzen

Sofort beginne ich, mich auf mein Herz und die Atmung zu fokussieren, verlängere und vertiefe die Atmung und konzentriere mich auf das Gefühl von Klarheit.

Ich bin hochkonzentriert, wach und präsent. Ich scanne die ganze Situation in Ruhe (Zeit kommt mir ausgedehnt vor). Die Straße ist schmal. Es gibt keine Wendemöglichkeit. Hinter mir kommen die nächsten Autos den Berg herunter. Der einzige Weg, hier nicht warten zu müssen, bis alles geregelt ist: rückwärts den Berg hoch auf der schmalen Gegenspur, vorsichtig vorbei an hupenden Autos, die herunterfahren und den Unfall noch nicht gesehen haben. Ich atme weiter vertieft mit dem Herzen – herzfokussierte Atmung ist der Begriff dafür. Im nächsten Ort oben angekommen finde ich eine Wendemöglichkeit und fahre auf einer anderen Route zum Konzern. Während der Fahrt sende ich Mitgefühl an die Unfallbetroffenen, weiterhin herzfokussiert. Mir wird klar: hätte ich die klassische Stressreaktion gehabt mit Schreck, Ärger über Hindernis, Angst zu spät zu kommen etc. wäre dieses kurze „Fenster“, die kurze Möglichkeit rückwärts die schmale Straße hochzufahren, nicht mehr da gewesen, weil zu viele Autos den Weg nach oben versperrt hätten. Womöglich auch auf der Gegenspur, die ich ja noch genutzt habe. Dann hätte es kein vor und zurück mehr gegeben und ich hätte es nicht pünktlich geschafft. Es ist ein Unterschied, Übungen gemütlich auf dem Sofa oder am Schreibtisch zu trainieren oder sie in einer Stresssituation wie dieser anzuwenden. Das kann ich im Nachhinein klar fest stellen. Ohne Übung und Training wäre mir das vermutlich nicht gelungen.

Emotionale Intelligenz erforschen und nutzen – das HeartMath®-Institut aus USA als  Vorreiter

30.000 niederländische Polizisten wurden in den letzten Jahren in dieser Methode (des in USA ansässigen HeartMath®-Instituts) ausgebildet, damit sie in heiklen Situationen klare, bessere Entscheidungen treffen können. Hier ist ein eindrucksvolles Kurzvideo, in dem das Projekt vorgestellt wird und die Polizisten den Nutzen schildern, den sie seit dem Training haben.

Die Polizisten berichten u.a. von Verbesserung ihrer

  • Konzentrationsfähigkeit
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Wahrnehmungsfähigkeit
  • Schlaf
  • bessere Verarbeitung traumatischer Erfahrungen
  • und blutdrucksenkender Wirkung

Jeder Mensch kann davon profitieren wie du an meinem Beispiel gesehen hast. Basis ist das Herz, die Atmung und hilfreiche Gefühle. In meinem obigen Fall habe ich erst Klarheit gewählt, später Mitgefühl.

Emotionale Intelligenz: ein Gefühl wählen?

„Wie: du hast ein Gefühl gewählt? Denen ist man doch passiv ausgeliefert! Gefühle kommen und gehen, wie sie wollen!“ So denken viele Menschen, du vielleicht auch. Dass du Wahlmöglichkeiten hast so wie du schwarze oder bunte Socken anziehen und sie beliebig wechseln kannst – hast du vielleicht weniger gehört.

Mir wurde das nochmal deutlich an den Antworten auf meine Mittwochsfrage diese Woche auf Facebook: „Hast du schon mal erlebt, dass es hilfreich war auf dein Gefühl zu hören?“ Die Frage hat eine bunte Palette von Kommentaren ausgelöst. Von „99 % … das 1 % war prompt falsch“ bis hin zu Fragezeichen und „schwierig“. Es zeigt offensichtlich, dass längst nicht jeder das Potential von Gefühlen kennt geschweige denn weiß, wie es hilfreich einzusetzen bzw. zu nutzen ist. Ich gestehe – das war mir selbst viele Jahre nicht bewusst. Heute sage ich rückblickend: es gehörte zu meiner Lebensaufgabe, das herauszufinden, anzuwenden, zu üben und mittlerweile weiter zu geben. Die Facebook-Kommentare haben mich letztlich animiert, diesen Artikel zu schreiben.

Arbeiten mit Emotionaler Intelligenz – Google macht’s vor

Es ist ziemlich verrückt: hierzulande ist das Thema Emotionale Intelligenz weitgehend unbekannt. Bestenfalls hat man schon mal davon gehört. Und Emotionale Intelligenz aktiv nutzen und anwenden – bewusst? In den USA ist in dem Bereich mehr Innovation zu beobachten. Und zwar von Google initiiert. Google hat nach vierjährigem Erproben in der eigenen Firma eine Non-Profit-Organisation gegründet:

Das Institut SIYLI (Search inside yourself Leadership Institute)

Google-Ingenieur Chade Meng Tan (Buchtipp dazu) hat sich Daniel Goleman (Grundlagenwerk „Emotionale Intelligenz“ hier als Buchtipp) und Jon Kabat-Zinn (sein Grundlagenwerk hier ebenfalls als Buchtipp) an Bord geholt für die Programmentwicklung. Sie verbinden Emotionale Intelligenz und Achtsamkeits-Kulturelemente des Ostens mit neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaft. Auch da haben sie sich die besten Experten gesucht. Das Programm wurde bei Google bereits erfolgreich erprobt in Führungskräftetrainings und Firmenprogrammen. Nun machen sie es allen zugänglich. Ihre Vision ist, dass Arbeitsplätze nicht nur Plätze für Freude bei der Arbeit sind, sondern dort auch Bedingungen geschaffen werden für Weltfrieden. Und ja, Google bringt jetzt das Programm nach Deutschland. Die Tourtermine findest du hier.

Endlich erhält das Thema die gebührende Achtung. Mein Wunsch oder Vision ist, dass sich derartige Programme nicht nur bei Menschen in Führungsetagen von Firmen etablieren, sondern Emotionale Intelligenz-  und Achtsamkeits-Training von Jedermann bzw. Jederfrau genutzt werden kann und vor allem auch genutzt wird. Dann erst können sich wirklich Strukturen verändern, wenn die Menschen, die sie erschaffen sich verändern. Und das ist auch das Ansinnen der Initiatioren des SIYLI-Instituts. Einen Unterschied zu machen in der Welt. Nachhaltig. Mit der Ermunterung zur Nutzung von Emotionaler Intelligenz und Achtsamkeit.

In Europa ist die niederländische Polizei wegweisend (s.o.). Sie trainiert nicht nur Führungskräfte, sondern die Polizisten, die im täglichen Einsatz „an der Front“ arbeiten.

Eine Übung für das Training deiner Emotionalen Intelligenz

Wenn du selbst direkt loslegen willst und den Nutzen ausprobieren zeige ich dir die Übung, die ich selbst im eingangs erwähnten Beispiel angewendet habe. Eine erste Wirkung merkst du sicher sofort. Trainingseffekte spürst du und kannst du sogar messen und sehen mit Biofeedbackgeräten.

Das herzfokussierte Atmen, eine alte buddhistische Praxis, die das HeartMath®-Institut in ihr Übungsprogramm aufgenommen hat. Du kannst gleich mitmachen.

Zu Beginn ist es für Viele hilfreich, die Augen zu schließen. 1 Minute ist ein guter Anfang für die Übung. Ich dehne das gerne länger aus, denn es hat viele körperliche Effekte, die ich im nächsten Artikel erläutern werde. Und diese Effekte möchte ich zusätzlich gezielt für mich nutzen.

  1. Setze dich bequem und richte deine Aufmerksamkeit nach innen
  2. Konzentriere dich auf den Brustraum, die Herzgegend.
  3. Stell dir vor, wie du durch dein Herz ein- und ausatmest.
  4. Vertiefe deine Atmung, so dass die Atemzüge länger werden.
  5. Verweile mit deiner Aufmerksamkeit bei der vertieften Atmung und deinem Herzen.

Die Übung kannst du erweitern, indem du bewusst ein angenehmes bzw. hilfreiches Gefühl dazu aufruft. Dazu erinnerst du dich an eine Situation, in der du es intensiv gefühlt hast.

Du kannst  jedes beliebige angenehme Gefühl wählen und aufrufen, auch Freude oder Ruhe oder was immer gerade hilfreich ist. Jederzeit und überall. Einzige Voraussetzung: es muss dir natürlich einfallen und du musst es einfach tun. Je mehr du trainierst, desto spontaner fällt es dir ein und tust du es. Und desto mehr und nachhaltigere Effekte wirst du erzielen. Als Lachtrainerin wähle ich im Alltag übrigens gerne das Gefühl Heiterkeit :-)

In Studien des HeartMath®-Instituts hat sich übrigens gezeigt, dass Wertschätzung und Mitgefühl langfristig besonders intensive Wirkung zeigen. In der Buddhistischen Achtsamkeitspraxis seit Jahrhunderten Selbstverständlichkeit und Basis.

Dann wünsche ich dir jede Menge gute Gefühle von Herz zu Herz!

Deine Kathrin

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Kathrin Stamm

Mein Motto als Coach & Trainerin: weniger ist mehr! So zeige ich dir, wie du mit einfachen und leicht in den beruflichen Alltag zu integrierenden Tools von nur wenigen Minuten täglich deine Konzentrations-, Entscheidungs- , Kommunikationsfähigkeit sowie deine Widerstandskraft steigerst. Das schenkt dir mehr Energie für die wirklich wichtigen Dinge!

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