Welcher Entspannungstyp bist du?

© Foto by Kathrin Stamm via canva.com

33 Wege zur Entspannung – je nach Entspannungstyp eine große Auswahl. Und das ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange! Bist du dir bewusst, mit welchen Aktivitäten oder Nicht-Aktivitäten du am besten und nachhaltigsten entspannst? Ich stelle in meiner Trauma-therapeutischen Arbeit (mit EMDR) immer wieder fest, dass Viele darüber wenig Bewusstsein haben. Ahnungslose Blicke ernte ich oftmals, wenn ich frage, welche Entspannungstechniken oder Selbstregulationsmechanismen die Klienten gerne nutzen.

Das Wort Selbstregulationsmechanismus verwende ich in einem Atemzug mit Entspannung, denn genau dazu dient Entspannung: der körperlichen und psychischen Regeneration und natürlicher Selbstregulation wie z. B. Stressabbau.

Die meisten denken an klassische Entspannungsverfahren: Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder Tai Chi zum Beispiel. Aber wer macht das schon? „Ja, habe ich mal gemacht, aber schon lange nicht mehr.“ Das ist eine häufige Antwort. Wenn ich dann weiter „bohre“ – und an der Stelle werde ich zum Wadenbeißer – finden sich meistens doch eine Menge hilfreicher Dinge auch jenseits der klassischen Entspannungsverfahren. Zum Glück! Und es gibt oft großes Erstaunen, welches wunderbares Potential da ist und nur darauf wartet mehr genutzt zu werden. Wenn wir fündig geworden sind, ist Aufatmen auf beiden Seiten angesagt, denn ohne gute Erfahrung mit Entspannungs- und Selbstregulationstechniken fange ich keine Trauma-verarbeitenden Sitzung an. Dass Entspannung auch Menschen ohne Traumata oder belastenden Störungen extrem hilfreich und gesundheitsförderlich ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Daher fördern die meisten gesetzlichen Krankenkassen und manche Betriebe bestimmte Bewegungs- und Entspannungsprogramme. Du bist jedoch nicht auf solche Angebote allein angewiesen. In diesem Artikel erfährst du, was du noch alles nutzen kannst. Und was oftmals noch nicht Mal was kostet.

Aktiver und passiver Entspannungstyp

Als erste grobe Kategorisierung fiel mir auf, dass es Menschen gibt, die eher ein aktiver Entspannungstyp sind und andere, die eher ein passiver Entspannungstyp sind. Und es gibt viele, die beide Bereiche zur Entspannung nutzen: aktive Entspannung und passive Entspannung – je nach Situation und Bedürfnis.

Ein häufiger Irrglaube bezüglich Entspannung

Die meisten Menschen verbinden mit Entspannung etwas wie „sich hinlegen und nix tun“ oder Entspannungsübungen nach Kursanleitung zu machen wie z. B. Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training. Dann schlussfolgern sie, sie entspannen zu wenig. Oder weil ihnen Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training nicht liegt und herumfaulenzen auch nicht, denken sie, dass sie überhaupt keine Entspannungstypen sind. Und das ist natürlich in der Regel nicht der Fall. Es gibt Menschen, die über aktive Varianten von Entspannung sich wunderbar selbst regulieren und dennoch im Glauben sind, sie können nicht entspannen, weil sie mit den von Ärzten und Therapeuten empfohlenen Entspannungskursen nichts anfangen können. Ja oftmals haben sie es sogar versucht und festgestellt, dass es einfach nicht gelingen will. Das kann ganz schön frustrierend sein. Und wie erleichternd ist es dann, sich der aktiven Entspannungsmöglichkeiten bewusst zu werden und diese zu nutzen. Oftmals gehen sie unmerklich nach der Aktion in eine passive Entspannung über, die gar nicht als solche wahrgenommen wird. Nur, dass sich der Körper wunderbar anfühlt und man sich einfach wohlig und gestärkt fühlt.

Meine eigene Erfahrung mit aktiver und passiver Entspannung

Ich habe z. B. festgestellt, dass ich nach 3 Stunden Aikido (japanische Verteidigungskampfkunst) genauso entspannt im Körper bin wie nach 2 Stunden Wellnessmassage. Das war vielleicht eine Überraschung!

Auch bei meinen Lachyoga-Workshops bekomme ich regelmäßig Feedback, wie entspannend Lachen ist und vor allem, dass die Entspannung danach wunderbar gelingt und vorher noch nie gut geklappt hat. Das war wirklich auffällig.

Dann fiel mir im nächsten Schritt auf, dass Entspannung und Selbstregulation bezüglich der unterschiedlichen Sinne, aber auch häufig in Verbindung mit Naturerleben insgesamt sowie unterschiedlichem Sozialbezug auftritt.

Infografik: welcher Entspannungstyp bist du?

Meine mehrjährige Erfahrung habe ich in dieser Infografik zusammengefasst. Sie ist sicher noch ergänzungswürdig und ausbaufähig, bietet jedoch schon einmal einen guten Ansatz und eine Übersicht:

© Infografik by Kathrin Stamm via canva.com

Welcher Entspannungstyp bist du?

Wenn du jetzt mal durchzählst bzw. eine Strichliste anlegst, welche Möglichkeiten der Entspannung und Selbstregulation gerne und häufig nutzt – einmal für die linke, aktive Seite und dann für die rechte, passive Seite, dann weißt du, ob du tendenziell eher der aktive oder passive Entspannungstyp bist – oder beide Möglichkeiten gleichmäßig nutzt. Ich habe z. B. 14 Striche auf der linken, aktiven Seite und 11 auf der rechten, passiven Seite. Meine Tendenz geht gerne zu den aktiven Varianten. Klar sind auch ein paar Entspannungswege dabei, die gar nicht auf deiner Strichliste erscheinen, weil sie dir entweder nicht liegen oder du sie nicht nutzten möchtest. Je mehr Striche du insgesamt hast, desto flexibler kannst du entspannen! Jedoch sind auch wenige Striche wunderbar, wenn du die entsprechenden Möglichkeiten oft genug nutzt.

Es gibt da kein gut oder schlecht, kein richtig oder falsch, sondern ist einfach eine Frage des Typs. Und ja, durch Übung lässt sich Manches erreichen. Jedoch – wie sagt Eckart von Hirschhausen? Du wirst auch nach jahrelanger Therapie aus dem Pinguin keine Giraffe machen. Und so kann es enorm entspannen, sich Entspannungstyp-gemäß zu „versorgen“ bzw. gut für sich zu sorgen!

Dazu animiere ich die Menschen, die zu mir kommen, und meistens sind sie begeistert, schlafendes Potential wieder zu nutzen und sich mehr Gutes zu tun. Und dazu möchte ich auch dich mit diesem Beitrag animieren!

Nun dein Fazit:

Zu welchen Erkenntnissen bist du durch die Infografik und das Lesen dieses Beitrags gekommen? Wirst du vielleicht auch etwas davon mehr nutzen? Ist deine Lieblingsentspannungsmethode dabei oder gibt es noch Ergänzungen?

Hinterlasse gerne einen Kommentar mit deinen Ergänzungen und Erfahrungen diesbezüglich.

Dann wünsche ich dir eine entspannte Woche, die durchaus aktiv sein darf :-)

Herzliche Grüße

Kathrin

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Kathrin Stamm

Mein Motto als Coach & Trainerin: weniger ist mehr! So zeige ich dir, wie du mit einfachen und leicht in den beruflichen Alltag zu integrierenden Tools von nur wenigen Minuten täglich deine Konzentrations-, Entscheidungs- , Kommunikationsfähigkeit sowie deine Widerstandskraft steigerst. Das schenkt dir mehr Energie für die wirklich wichtigen Dinge!

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Spannend
    8 aktiv
    3 passiv
    Warum wundert mich das nicht?😅😎
    Danke
    Dachte auch immer, dass mich ja nix tun entspannen sollte.
    Is nicht, wie ich jetzt merke😇

  2. Danke, liebe Kathrin für Deine wunderbaren und immer leicht nachvollziehbaren Inspirationen und Anregungen :-) Echt top !
    Liebe Grüße, Andrea

  3. Liebe Kathrin,

    was für ein toller Beitrag. Und Deine Infografik ist ganz große Klasse. Meine „Lieblingsentspannungen“ finden sich bei mental, sozial und gustatorisch (das wäre ich selbst gar nicht drauf gekommen…) Danke Dir für diesen Beitrag.

    Martina

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